Die drohende Katastrophe!

LÄRM IST KEIN KAVALIERSDELIKT – LÄRM IST KÖRPERVERLETZUNG!

 

Mit der Entwicklung der „Baltisch Adriatischen Achse“ wurde der Bau des Koralm-Tunnels und des Semmering-Tunnels eingeleitet und unser schönes Kärnten wird nun besser an Graz bzw. Wien angeschlossen sein. Das sind durchwegs positive Entwicklungen, die für Handel, Gewerbe und Tourismus wichtig sind. Der Haken dieser „Erfolgsgeschichte“ ist der mit der Öffnung des Koralm-Tunnels 2023 (in 6Jahren!) und allerspätestens mit Öffnung des Semmering Tunnels 2025 steigende Güterverkehr auf der Bestandsstrecke. Die Prognosen sprechen von bis zu 100 Güterzüge in den Nachtstunden! (derzeit sind es ca. 30)

Die Enttäuschung über das Totalversagen der Politik im Zusammenhang mit diesem Megaprojekt „Baltisch Adriatische Achse“ – ist sehr groß! Mit dem Stopp der Planungsarbeiten für den Zentralraum Kärntens durch das BMVIT 2005 und die beharrliche Weigerung, diese Planungen wieder aufzunehmen, begehen die ÖBB & die verantwortlichen Politiker permanent Körperverletzung an der Kärntner Bevölkerung und vernichten Wertschöpfung im Tourismus und damit massiv Arbeitsplätze.

Es ist hochgradig unverantwortlich eine Hochleistungsstrecke zu planen, die dann einfach vor einem Siedlungsgebiet mit knapp 200.000 Einwohnern (immerhin 50% der Kärntner Bevölkerung) in Klagenfurt stehen bleibt …und auf einer 160 Jahre alten Industrieanlage – Gleisanlage – weitergeführt wird!

Man baut doch auch nicht einen Stausee und denkt erst kurz bevor das Wasser die höchste Staumarke erreicht darüber nach, wie man das Wasser abführen wird bzw. wie der Abfluss zu dimensionieren ist!

Der Kärntner Landtag ist nun aufgrund von massivem Druck zahlreicher Bürgerinitiativen aufgewacht und hat in einer historischen und seltenen Einigkeit eine entsprechende Resolution verabschiedet. Die Landesregierung wurde beauftragt mit der Bundesregierung in Verhandlungen zu treten, um die Planungen für eine Güterumfahrung im Zentralraum Kärnten wieder aufzunehmen und in den Rahmenplan der ÖBB zu reklamieren. Auch hat Herr Bundeskanzler Christian Kern bei einem Auftritt in Kärnten Landeshauptmann Peter Kaiser seine Unterstützung und eine Lösung zugesagt.

Die ÖBB steht auf dem Standpunkt, dass auf der Bestandsstecke noch viel Luft nach oben ist und es keine Notwendigkeit für eine Güterumfahrung gäbe; auch würden die Frequenzen nicht so dramatisch steigen. Besonders diese Aussage wird als Affront aufgefasst. Angebot schafft Nachfrage: Diese „Balitsch Adriatischen Achse“ verbindet 50 Millionen Menschen & Güter, es ist wohl naiv zu glauben, dass dieses neue Angebot ungenützt bleibt. Es ist auch eine Tatsache, dass es derzeit unwirtschaftlich ist, mehr als 800 Tonnen pro Güterzug über den Semmering zu ziehen. Mit der Eröffnung des Semmering Basistunnels gibt es keine hemmende Steigung mehr. Güterzüge im Flachland können bis zu 4.000 Tonnen führen! Es sind dann vielleicht nicht mehr Züge an der Zahl, aber dafür über 1.500 m lange Ungetüme! (siehe dazu Bestrebungen der DB > http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/deutsche-bahn-1500-meter-lange-gueterzuege-12010131.html Die Auswirkungen kann man sich gut vorstellen und im Rheintal erleben.

LÄRM MACHT KRANK! Die Greiser-Studie hat zum Beispiel eine Prognose für Krankheitsfälle entlang der Rheinstrecke errechnet. Demnach könnte es dort in einem Zeitraum von zehn Jahren aufgrund des Bahnlärms rund 75.000 zusätzliche Krankheitsfälle und nahezu 30.000 Todesfälle geben. Das darf am Wörthersee nicht passieren!

Es muss eine nachhaltige Verkehrslösung für den Kärntner Zentralraum, für Klagenfurt, den Wörthersee und Villach geben! Daher muss der Güterverkehr aus dem Kärntner Zentralraum verbannt werden. Klagenfurt, der Wörthersee und Villach sind Lebensraum von fast 50% der Kärntner Bevölkerung und der zentraler Wirtschaftsraum des Landes. Die Bewohner und Gäste dieser Region haben ein Recht auf Nachtruhe und Lebensqualität. Die Urlaubsregion Wörthersee ist kein Industriegebiet!

Wenn St. Pölten mit 50.000 Einwohner eine Güterumfahrung bekommt, dann ist es nur recht und billig den 200.000 Einwohnern im Zentralraum Kärntens denselben Schutz zu gewähren.

Wir fordern daher das BMVIT auf:

1.)   unverzüglich mit der Wiederaufnahme der Planungsarbeiten für den Zentralraum Kärnten zu starten und dieses Projekt sofort in den Rahmenplan der ÖBB aufzunehmen.

2.)   Sofort einen umfassenden Lärmschutz und Lärmminimierungsmaßnahmen für die Bestandsstrecke zu starten.

Die Uhr tickt – es ist daher immens wichtig, Stimmung für den Kärntner Zentralraum zu machen, bei jeder Gelegenheit im Freundeskreis und bei Parlamentariern und andern Politikern.

Alle Forderungen der Bürgerinitiativen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten sind unter www.zugmachtkrank.at zu finden.

Im Namen aller Betroffenen ein herzliches Danke für Ihre Hilfe.

 

Initiative „Rette den Lebensraum Wörthersee“ & „Stopp den Güterverkehr am Wörthersee“

als PDF zum Download: http://zugmachtkrank.at/wp-content/uploads/2017/05/Die-drohende-Katastrophe.pdf